Zahnheilkunde
Die Zahnheilkunde (auch Zahnmedizin), umfasst die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung aller Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich.
Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten befasst sich die Zahnmedizin hauptsächlich mit einem kleinen Ausschnitt des menschlichen Körpers. Der Kauapparat ist eingebettet in die Funktionssysteme des Kopf-Hals-Schulter-Bereichs. Erkrankungen und Störungen in diesen Bereichen können sich auf die Funktion des Kauapparates auswirken. Außerdem zeigen viele Krankheiten, wie beispielsweise Infektionen, erste Symptome in der Mundhöhle.
Umgekehrt wirken sich Veränderungen der Mundhöhle oft auf den restlichen Körper aus. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Zahnmediziner heute nicht ausschließlich mit Zähnen und Zahnfleisch, sondern berücksichtigt auch angrenzende funktionelle Gebiete wie z. B. den Speichel oder die Kiefergelenke.
- Gebiss
- Zahnaufbau
- Ernährung
- Zahnpflege

- Gebiss mit Zahnreihenfolge
Gebiss
Das menschliche Gebiss setzt sich aus unterschiedlichen Zahntypen zusammen:
- Schneidezähne: meißelförmig, mit einfacher Wurzel
- Eckzähne: mit dreikantiger Schneidekrone und langer Zahnwurzel
- Prämolaren: vordere Mahlzähne, mit zweihöckriger Krone und einer Wurzel
- Molaren: große Backenzähne, mit vier- bis fünfhöckriger Krone; die Molaren des Oberkiefers besitzen drei, die des Unterkiefers zwei Wurzeln
Kindergebisse bestehen aus 20 Zähnen (sogenannte Milchzähne), Gebisse von Erwachsenen aus 32 Zähnen inklusive Weißheitszähnen (sogenannten bleibenden Zähnen).
Das spezifische System zur genauen Bezeichnung der Zähne ist das so genannte FDI-System. Dabei wird jedem Zahn eine Zahl zugeordnet. Beginnend mit der rechten Oberkieferhälfte wird das Gebiss, vom vorderen Schneidezahn aus zum hinteren Backenzahn, durchnummeriert.

- Zahnaufbau
Zahnaufbau
Die Zähne als Teil des Kauorgans sind im Oberkiefer- und Unterkieferknochen über das Zahnhaltegewebe verankert. Zähne dienen der Nahrungsaufnahme sowie -zerkleinerung und erfüllen dabei eine wichtige Vorfunktion bei der Ernährung.
Es wird unterschieden zwischen einwurzeligen Zähnen (z. B. Schneidezähne) und mehrwurzeligen Zähnen (z. B. Backenzähne).
Weiterhin kann ein Zahn in einen sichtbaren und einen nicht sichtbaren Abschnitt unterteilt werden. Im gesunden Zustand besteht der sichtbare Teil des Zahns aus der so genannten Zahnkrone. Der längere Teil, bestehend aus Zahnhals und Zahnwurzel, liegt verborgen im Knochen unter der Mundschleimhaut.
Als äußerste Schicht überzieht der Zahnschmelz die Zahnkrone. Dieser ist sehr hart und dient dem Schutz gegen äußere schädigende Einflüsse sowie vor Abrieb. Der Zahnschmelz setzt sich zu 95 % aus Mineralien (hauptsächlich Phosphat und Kalzium), zu 1% aus organischen Bestandteilen (Proteinen) und zu 4% aus Wasser zusammen. Am Zahnschmelz setzt auch die Fluorwirkung bei der Vorbeugung von Karies (Kariesprophylaxe) ein.

- Zahnseide

- Interdentalbürste

- Zahnputztechnik
Zahnpflege
Um die Zähne auf Dauer gesund zu erhalten, ist eine konsequente Mundhygiene unerlässlich. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die pure Häufigkeit des Zähneputzens an, sondern auch die Wahl einer geeigneten Bürste und Zahnpasta verbessern die Zahngesundheit. Ebenso gehören Zahnseide und Mundspülungen – sowie deren korrekte Anwendung – zu den unverzichtbaren Bestandteilen effektiver Mundhygiene.
Als Minimum gilt, einmal morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen die Zähne zu putzen. Die Putzzeit sollte wenigstens drei Minuten betragen. Zu langes Putzen sollte jedoch vermieden werden, da der wertvolle Zahnschmelz sonst zu stark abgerieben wird.
Vor dem Zähneputzen sollte der Mund zunächst kräftig mit Wasser ausgespült werden, um frische Speisereste und Rückstände von säurehaltigen Getränken zu entfernen. Das Putzen erfolgt dann am Besten nach einem festen Schema. So ist gewährleistet, dass keine Zahnflächen vergessen werden. Die Bürste darf nicht zu sehr an die Zähne gedrückt werden, da ansonsten Zahnfleisch und Zahnhälse darunter leiden. Zum Entfernen der weichen Plaque reicht leichter Druck bereits aus.
Ernährung
Die Ernährung spielt für die Zahngesundheit eine entscheidende Rolle. Die Nahrungsauswahl beeinflusst sowohl Aufbau und Härte der Zähne als auch die Entstehung und Vorbeugung von Karies. Nicht allein der Verzicht auf Süßigkeiten macht eine zahngesunde Ernährung aus. Es gibt durchaus mehr Faktoren, die zu berücksichtigen sind.
Die Bildung der Zahnsubstanz erfolgt bereits während der Schwangerschaft und Stillzeit. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Versorgung der Mutter mit allen wichtigen Nährstoffen notwendig.
- Süßigkeiten nicht über den ganzen Tag verteilt einnehmen und auf versteckte Zucker wie beispielsweise in Cola achten.
- Honig und Stärkeprodukte mit Vorsicht genießen.
Auf die Darbietungsform der Nahrungsmittel achten, eher Obst essen als Fruchtsaft trinken. Beachten Sie hierbei auch die Verzehrmenge. Säurehaltige Nahrungsmittel (wie beispielsweise Obst und Fruchtsäfte) können den Zahn schädigen. Die Speichelproduktion reicht häufig nicht mehr aus, um die Säure die den Zahnschmelz schädigen kann, zu neutralisieren. Deshalb sollte man darauf achten, dass unmittelbares Zähneputzen nach der Aufnahme saurer Speisen die schädigende Wirkung verstärkt. Daher sollte man den Mund mit klarem Wasser spülen oder zuckerfreie Kaugummis kauen, um die schnelle Neutralisation der Säure zu unterstützen.
Es gibt eine Vielzahl von Nährstoffen, die für den Körper lebensnotwendig sind und bei einem Mangel erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Die aus zahnmedizinischer Sicht besonders bedeutungsvollen Nahrungskomponenten sind:
Vitamin | Bedeutung für die Zahngesundheit |
|---|---|
A (Vorstufe: Beta-Karotin) | Aufbau der Schleimhäute |
C | gesundes Zahnfleisch |
D | Zahn- und Knochenbildung |
E | positive Wirkung auf Zahnfleischerkrankungen |
H (Biotin) | "Hautvitamin", bei Mangel: Austrocknung der Schleimhäute |
K | gesunder Knochenbau; Hemmung der Säureproduktion durch Kariesbakterien (Vitamin K1, z. B. als Zusatz in Kaugummis) |
Folsäure | positive Wirkung auf Zahnfleisch-Erkrankungen |
Mineralstoff | Bedeutung für die Zahngesundheit |
Kalzium | positive Wirkung auf Zahnfleisch-Schwund und Kieferknochen-Schwund |
Fluor | fördert Remineralisierung, wirkt "zahnhärtend" |

